Nirgendwo darf ein Kratzer oder eine Delle sein

thyssenkrupp Steel Europe GmbH stellt Grobblech mit höchsten Qualitätsansprüchen her.

Das Grobblech-Lieferprogramm umfasst Quarto- und Bandbleche für unterschiedlichste Einsatzgebiete, sowie maßgeschneiderte Stähle nach Kundenwunsch. Das Produktportfolio reicht von allgemeinen Baustählen bis hin zu Stählen für den Schiffbau.

Grobbleche für Yellow Goods, Baumaschinen aller Art wie Bagger und Muldenkipper sowie für den Kranbau werden dort eingesetzt, wo höchste Anforderungen an Bauteile und Komponenten gestellt werden. Dabei spielen Oberflächenbeschaffenheit und Produkteigenschaften für die Kundenzufriedenheit eine entscheidende Rolle.

Kunden stellen immer höhere, dokumentierte Qualitätsanforderungen an das Material. Als zuverlässiger Lieferant will man deshalb Unebenheiten,

OIS Messstelle 03

Oberflächenfehler oder Beschädigungen auf den Grobblechen vermeiden. Sonst sind Ärger und hohe Kosten vorprogrammiert. Das Oberflächeninspektionssystem „surcon X-3Dvision“ kann den Ärger vermeiden. thyssenkrupp Steel Europe GmbH in Duisburg-Hüttenheim inspiziert an einer Strahlanlage die Ober- und Unterseite von gestrahlten Blechen auf Fehler mit dem surcon X-3Division. Die automatische Erkennung und Klassifizierung von relevanten Defekten, deren Position und geometrischer Daten ist garantiert.

Jedes Werk erhält eine ganz individuelle Inspektion

Noch sind es keine Serienmodelle, die bei der Inspektion der Oberflächen in den Walzwerken eingesetzt werden, aber das wird sich sehr schnell ändern. „Das liegt natürlich auch daran, dass jedes Werk eigentlich eine ganz individuelle Inspektion bekommt“, sagt Thomas Köpsel. Gerade ist der IMS-Informatiker aus Finnland zurückgekommen.

Vorher stand das Oberflächenmesssystem in Bochum, bei der Edelstahlproduktion thyssenkrupp. Nach deren Verkauf an das finnische Unternehmen „Outokumpu“, wurde das System gleich weiter nach Finnland transportiert und musste dort natürlich neu an die Erfordernisse angepasst werden.

Von Finnland mit Zwischentopp

in Heiligenhaus nach Indien

Köpsel packt seine Koffer erst gar nicht aus, denn es geht nach einem kurzen Zwischenstopp in Heiligenhaus gleich weiter nach Indien. Der Softwareentwickler hat alle Hände voll zu tun. Er findet die neue Inspektion unglaublich spannend, da die Messung nun in eine andere Dimension gehoben worden ist.

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»Vorher konnten man quasi die Brammen nur in 2D inspizieren und jetzt sind wir in der dritten Dimension angekommen.«

-Thomas Köpsel

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Dieses technologische 3D-Inspektionsverfahren, die Lasertriangulation, macht es nun möglich, schon bei der Produktion Oberflächenfehler zu vermeiden. Darüber freut sich vor allem der Stahlhersteller, denn das erspart ihm erhebliche Kosten. Außerdem wird die Qualität seines Produktes enorm verbessert. Das Auffinden und gleichzeitige Dokumentieren von Oberflächenfehlern, schon während der Produktion, optimiert das Roh-Material. Natürlich ermöglicht es auf die Art und Weise gleich Rückschlüsse auf die Entstehung von Fehlern und damit eine maximale Optimierung schon während des Produktionsprozesses. „Das ist ein enormer Vorteil“, ergänzt Björn Krämer, ebenfalls Informatiker bei IMS und Kollege von Thomas Köpsel, „wenn beispielsweise bei einem Hersteller für Baumaschinen immer Kratzer oder Defekte auf den Grobblechen sind, verursacht das natürlich viel Ärger und Kosten.“

Möglicherweise ist ein solcher Makel einfach auf eine defekte Transportrolle zurückzuführen. Ein solcher Defekt würde durch die Oberflächeninspektion sehr schnell erkannt. Und zum anderen lässt sich durch die Dokumentation der Oberflächeninspektion ebenfalls nachweisen, dass beispielsweise das Walzwerk nicht für den Fehler verantwortlich ist. Die Daten werden vom IMS eigenen Qualitätsmanagementsystem MEVInet-Q gesichert. IMS liefert die Speicher dazu gleich mit. „Wir begutachten normalerweise ein 1,85 cm großen Messfeld“, erklärt Köpsel. Laser und Kamera stehen in einem bestimmten Winkel zueinander wie es bei der Lasertriangulation angewendet wird.

Das Ergebnis ist enorm exakt.

Damit ist surcon X-3Dvision das vollständigste Oberflächeninspektionssystem, das es auf dem Markt gibt. „Nur vor und hinter der Bramme können wir noch nicht messen“, ergänzt Köpsel mit einem Schmunzeln in der Stimme. Für den Softwareentwickler ist es spannend, an der Inspektion zu arbeiten. Gleich nach dem Studium der Angewandten Informatik in Duisburg, kam er 2007 zu IMS. „Ich hatte eine Stellenanzeige gelesen und die passte wirklich zu 100 Prozent auf mich.“

Erfolgreiches Joint-Venture

Die „surcon GmbH“ existiert bereits seit Dezember 2008 und wurde als Joint-Venture-Unternehmen der „SMS Siemag AG“ und der „IMS Messsysteme GmbH“ gegründet. Im Mai 2015 wurde das Joint-Venture Unternehmen aufgelöst, da die Entwicklung des OIS erfolgreich abgeschlossen worden war. Der Produktname „surcon“ soll sich nun am Markt etablieren.

Nun ist die surcon GmbH eine 100-prozentige Tochter der IMS.

Und die Zeichen für einen großen Erfolg der Marke stehen sehr gut, denn bisher ist das Produkt surcon X-3Dvision ziemlich alleine auf dem Markt für die Oberflächeninspektion von Stahl. Alle führende Stahl- und Aluminiumhersteller wenden seit vielen Jahren Oberflächeninspektionssysteme in den verschiedensten Fertigungsstufen an. Sie sind ein fest integriertes Werkzeug zur Überwachung der Oberflächenqualität in Kalt- und Warmwalzwerken und tragen daher in hohem Maße zur Qualitätssicherung bei.

surcon hat begonnen, sich bei den OIS Systemen fest zu etablieren. Mittlerweile wurden mehr als 15 surcon OIS verkauft. Bei so einer positiven Entwicklung wundert es nicht, dass alle Mitarbeiter aus dem Joint-Venture-Unternehmen zu IMS übernommen wurden.

Der Kunde steht auch bei der Marke surcon im Vordergrund

Bei IMS steht die Kundenorientierung schon seit jeher im Vordergrund. Das ist auch bei surcon nicht anders. So kann sich der Kunde vorab bei IMS mit seinen Proben darüber informieren, wie das System funktioniert und zwar in einer realen Situation. In abgedunkelten Laborbereichen können die kundenspezifischen Messbauten nachgebildet und die Inspektionsabläufe gezeigt werden. Der Kunde bekommt einen Einblick in die realen Verhältnisse vor Ort, wenn die Originalmaterialproben begutachtet und ausgewertet werden. Er kann sich davon überzeugen, dass surcon ganz speziell und optimal an seine Bedingungen angepasst werden. Wenn die Inspektion erst einmal steht, wird es vom Softwareentwickler optimal auf die Anlage des Kunden eingestellt.

Da bleiben keine Wünsche an das System offen.

„Die Inspektionen sind extrem hochauflösend, sonst wäre nicht so ein exzellenter Messerfolg möglich“, erläutert Köpsel. Die Laserabtastung der Oberfläche und die Kameras liefern ein hochauflösendes 3D-Bild. Und Krämer macht noch einmal deutlich, wie wichtig die Inspektion ist: „Pro Stunde wird in den meisten Werken Stahl für eine Million Euro gewalzt.“ Da wird sehr schnell klar, dass ein Fehler in der Oberfläche enorme Kosten verursacht.

surcon hat das Ziel erreicht

Es war ein weiter Entwicklungsweg vom allerersten Prototypen, der 2010 in Columbus, USA, entwickelt wurde, bis zur heutigen Reife des Systems. „In naher Zukunft schon werden wir die ersten Serienmodelle anbieten können“, sagt Thomas Köpsel stolz. Aber auch hierbei steht die Anpassung des OIS an die Kundenbedürfnisse an erster Stelle. Und das wird bei IMS auch immer so bleiben.